VERO – true (a)social


Das werbefreie Instagram?

Wie aus dem Nichts schoss eine neue Social Media Plattform aus dem Boden und sorgte für ordentlich Gesprächsstoff. Auch im App Store ergatterte der Newcomer zunächst einen Platz an der Spitze. Doch was ist dieses “VERO” eigentlich und was unterschiedet es von Instagram & Co.? Sind die User einfach nur auf der Suche nach einer Alternative für Instagram?

 

“A New Way To Be Social”…

 

 

… damit wirbt die App in ihrem neuesten Werbespot. Doch so neu ist diese gar nicht. Schon im Jahre 2015 wurde das soziale Netzwerk gegründet, doch ohne großen Erfolg. Wie kommt es, dass die App ausgerechnet jetzt, nach drei Jahren, ins Rampenlicht tritt?

Zunächst einmal etwas zur ursprünglichen Idee von Vero:

Wir Facebook- und Instagram-User sind genervt von Unmengen an Algorithmen, einem News-Feed, der nicht mehr chronologisch geordnet ist und mehr Werbung, als Posts von den eigenen Freunden. Instagram, Facebook & Co. scheint es nur noch um das Sammeln von User-Daten und das Schalten von Werbung zu gehen. Und genau deshalb ist Vero für einige User so interessant! Denn Vero hat all das nicht. Es ist frei von Algorithmen und Big Data, der News-Feed ist chronologisch geordnet, es wird keine Werbung geschaltet und man kann entscheiden, wer welche Posts sieht.

Eines der coolen Features sind die verschiedenen Kategorien: “Gute Freunde, Freunde, Bekannte und Follower”. Man kann die User auf die Kategorien aufteilen und sie so nur das sehen lassen, was man will. Meine Empfehlung für ein Restaurant teile ich zum Beispiel mit allen Bekannten und die Bilder von der letzten Partynacht nur mit meinen besten Freunden. Das erinnert ganz an die Anfangszeiten von Instagram. Abgesehen von Bildern und Videos hat man die Möglichkeit Musik, Bücher, Filme, Serien und Orte zu empfehlen oder auch Links zu teilen. Produkte, die in der App geteilt werden, können mit einem Klick gekauft und Musik kann direkt in der App streamen werden, ohne dass ein Kauf nötig ist.

“Vero” ist italienisch für “wahrhaftig”. Oder ob VERO eher scheinheilig ist, wird sich noch herausstellen. Für die erste Million Nutzer blieb das Netzwerk kostenfrei.


 

Ein CEO mit kritischer Vergangenheit

… mittlerweile wurde die Grenze allerdings schon überschritten. Das heißt, die App wird für alle Neueinsteiger kostenpflichtig. Da Vero kein Geld mit Anzeigen einholt, möchte es an der Registrierung der User verdienen. Das könnte viele Nutzer abschrecken und wie wir sehen, ging der Hype in den letzten Tagen deutlich zurück. Das kann andererseits auch an den technischen Mängeln liegen. Da der Ansturm auf die App in den letzten Wochen so hoch war, stürzten einige Server ab. Das IT hatte mit vielen technischen Fehlern zu kämpfen. Ob es so mit Vero weitergehen kann?  Auf einen weiteren Minuspunkt werden die User schon kurz nach dem Download aufmerksam. Um sich zu registrieren, muss man nämlich seine Handynummer eingeben. Zwar wird es so schwieriger Fakeaccounts zu erstellen und man findet sofort seine Kontakte, doch viele sagen: “Handynummer? Nein danke, da bin ich raus!”

Der Hashtag #deletevero war schnell hinter dem Hype her. Nicht nur wegen technischen Defekten, sondern vor allem wegen Schlagzeilen über den Gründer und CEO, Ayman Hariri. Dieser musste sich Anfang des Monats wie der Phoenix aus der Asche fühlen. Er landete mit seinem Netzwerk auf Platz 1 der App-Stores. Zuvor machte Hariri Schlagzeilen mit “Pleite”, “Sklaverei” und “Bin-Laden-Konkurrent”. Na ob das so “true social” ist…

Ich habe die App einmal persönlich getestet. Abgesehen davon, dass nur sehr wenige meiner Kontakte auf der App aktiv sind, hat das soziale Netzwerk Potenzial. Allerdings bietet es nichts, was Instagram nicht auch schnell hinzufügen könnte. Es macht Spaß zu posten, aber was bringt es, wenn es kaum einer sieht? Die überwiegend negativen Schlagezeilen bringen mich zum Grübeln, ob ich nicht auch zum Team #deletevero gehöre.

 


 

Like oder Dislike?

Ganz ehrlich: Spart euch den Download. Auf den ersten Blick hat die App wirklich Potenzial, doch es wird nicht im Geringsten an Queen-Instagram herankommen. Ein paar Tage, nachdem ich Vero downloadet hatte, war die App auch schon wieder vergessen. Warum? Keine Abos, keine Benachrichtigungen, keine neuen Posts, keine Reichweite. Es ist langweilig! #deletevero und die Schlagzeilen über Ayman Hariri haben mich dazu gebracht, dass auch ich von Vero Abschied nehmen werde.

Es war schön dich kennengelernt zu haben, Vero, doch Instagram bleibt weiterhin meine Nummer 1.!

 

Wer trotzdem mal einen Einblick in die App bekommen möchte:

 

 

 

 

Eva Hartnagel
Der Autor
Eva Hartnagel
eva.hartnagel@diedigitale.io

Werkstudentin im Bereich Social Media Management und Kampagnenplanung. - „Das Digitale befindet sich im Zentrum unseres Lebens. Unser Ziel: ein professioneller Umgang!“